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Warum knacken meine Knie? 

 Juni 5, 2020

Sie sitzen eine Weile, und wenn Sie dann aufstehen, knacken die Knie! Noch schlimmer ist es, wenn Sie Schmerzen haben, die mit dem Knacken verbunden sind.

Knackende Finger oder Knirschen im Knie – manchmal reichen schon kleine Bewegungen und die Gelenke verursachen seltsame Geräusche. Während das vielen Menschen unangenehm ist, lieben es andere regelrecht, bewusst mit den Fingern zu knacken. „Das ist schädlich“, müssen sie sich dann häufig anhören. Aber stimmt das wirklich? Und was ist die Ursache des mysteriösen Gelenkknackens?

Knacken im Gelenk allein ist unbedenklich

Das Rätsel um die knackenden Gelenke ist noch immer nicht hundertprozentig gelöst. Eine Theorie scheint sich jedoch mittlerweile durchgesetzt zu haben – die sogenannte Vakuum-Hypothese. Um diese zu erklären, sollten wir uns zunächst noch einmal den Aufbau der Gelenke in Erinnerung rufen:

Gelenke sind Verbindungsteile zwischen Knochen, die Bewegungen ermöglichen. Die Knochenenden sind mit einem speziellen Gewebe, dem Gelenkknorpel, überzogen, das wie eine Art Polster harte Stöße abfedert. Zudem befindet sich ein weiterer natürlicher „Puffer“ zwischen dem Gelenkknorpel – die Gelenkschmiere

Kleine Geräusche beim Bewegen der Knie können normal sein und sind sehr häufig. Ärzte haben sogar einen Namen für diese Geräusche: Crepitus.

Knacken ohne Schmerzen tritt häufiger auf, wenn Sie beispielsweise in der Hocke sitzen oder Ihre Knie über einen längeren Zeitraum gebeugt sind. Es sind einfach die Teile Ihrer Knie, die sich an eine neue Position anpassen.

Orthopäden sagen auch: "So lange es knackt, hält's."

So funktioniert das Knie

Das Kniegelenk verbindet Oberschenkel und Unterschenkel miteinander. Es wird für die Bewegung benötigt und ist das größte Gelenk im Körper. Seine Konstruktion erlaubt es, das Knie zu beugen, zu strecken und etwas nach innen oder außen zu drehen. Man spricht beim Kniegelenk daher auch von einem Dreh-Scharniergelenk.


Am Knie treffen etliche Knochen, Muskeln und Bänder aufeinander. Wenn das Knie durchgestreckt ist, lässt es sich kaum drehen oder damit kreisen. Beim Beugen des Knies erschlaffen Innen- und Außenband, dann geben die Kreuzbänder Halt.


Wenn man das Knie nach innen dreht, wickeln sich die Kreuzbänder umeinander und stabilisieren es dadurch in Drehrichtung.


Knie-Geräusch mit Schmerz

Wenn Ihre Knie Geräusche machen und Sie auch Schmerzen haben, dann könnte etwas Ernsteres vorliegen. Sie könnten zum Beispiel einen Meniskusriss haben. Normalerweise wirkt der gummiartige Meniskus als Kissen in Ihren Knien.

Bei einer Verletzung kann der Meniskus reißen. Auch kann sich der gerissene Teil im Kniegelenk verfangen, was zu Schmerzen, Blockieren oder Abspringen führen kann.

Auch der Gelenkknorpel kann einreißen, insbesondere nach einer Sportverletzung.

Warum knacken meine Knie

Außerdem kann dieser Knorpel mit der Zeit abgenutzt werden, was zu dem Gefühl führen kann, dass Knochen auf Knochen reiben. Vermutlich kennen dies viele Menschen im höheren Alter, wenn der Abbau der Gelenkknorpel weit fortgeschritten ist. Jedes Gelenk kann dann schon bei normalen Bewegungen Knackgeräusche von sich geben.

Sie ahnen, warum ältere Männer auch als "alte Knacker" bezeichnet werden?


Das ist natürlich eine Verschiebung der Bedeutung. "Alter Knacker" kommt aus dem Handwerk der Flachs- und Leinspinner. Nachdem der Lein zu einem Faden gesponnen war (meist in Heimarbeit) musste er auf eine Haspel gewickelt werden. Damit alle Spulen zum Abrechnen gleich viel Garn enthielten, hatte die Haspel ein einfaches Zählwerk, das nach einer bestimmten Länge einmal knackte (Knackhaspel). So musste nur das Knacken gezählt werden, um die Länge zu bestimmen. Oft wurde mit dem Aufhaspeln der Opa betraut, der schlecht sah und auch sonst für schwerere Arbeiten nicht mehr geeignet war. Das war dann eben der alte Knacker.

Übrigens: Wenn er einen Fehler machte, dann hatte er sich "verhaspelt".

Bei einem Meniskusriss oder einem Gelenkknorpelschaden können Sie Ihre Knie knacken, knallen oder knirschen hören oder fühlen. In diesen Fällen handelt es sich um eine Erkrankung, die möglicherweise eine Behandlung durch einen Arzt erfordert. In schwereren Fällen kann sogar eine Operation erforderlich sein.

Frauen-Knie sind häufiger betroffen

Kommen allerdings Schmerzen oder Schwellungen hinzu, sollte ein Arzt die Ursache abklären und eine Diagnose stellen. Junge Frauen seien besonders anfällig. Das liege zum einen daran, dass sie meist weniger trainiert sind als Männer. Aber auch der weibliche Hormonhaushalt spiele eine Rolle.

Wer dagegen eine starke Oberschenkelmuskulatur vorweisen kann, ist seltener betroffen.

Warum knackenmeine Knie

Auch bei harmlosen Beinfehlstellungen wie X-Beine oder seltener, O-Beine, kann das Knacken auftreten, da sich die Kniescheibe nicht richtig zentrieren kann. Nach Knie-Operationen wie einem Kreuzbandersatz verspüren Patienten ebenfalls oft ein Knacken, da sich bei ihnen durch den Mangel an Bewegung die Muskulatur zurückbildet.

Aus dem knackenden Geräusch entwickelt sich kein Knirschen. Das sind zwei völlig verschiedene Krankheitsbilder.

Auch das Alter und die extreme Belastung durch übermäßigen Sport oder durch einen körperlich anstrengenden Beruf kann im Kniegelenk ein Knacken verursachen. Ebenso kann das Knieknacken infolge eines Sturzes oder einer Verletzung ganz plötzlich auftreten.

Bei einer Verletzung am Meniskus oder Kreuzband (vorderer Kreuzbandriss) spüren und hören viele Menschen ein deutliches Knacken. Sportler sind davon besonders häufig betroffen.

Knirschen im Gelenk immer ernst nehmen

Wenn keine Knackgeräusche auftreten, sondern es knirscht, sollten Sie immer alarmiert sein. Das Knirschen hat eine andere Bedeutung als das Knacken. Es entsteht, wenn über Jahre ein zu hoher Anpressdruck der Kniescheibe gegen das Kniegleitlager besteht.

Oder wenn die Knorpelschicht hinter der Kniescheibe durch verschiedene Erkrankungen des Kniegelenks dauerhaft geschädigt ist wie bei einer sehr starken X-Bein-Fehlstellung.

Das Knirschen, sagen Ärzte, sei immer krankhaft und die Ursache solle in jedem Fall abgeklärt werden – auch wenn zunächst keine Schmerzen bestehen. Die Kniescheibe wird langfristig aufgerieben und Knochenpartikel und der Knorpel lösen sich ab. Das löst das Knirsch-Geräusch aus.


Knie-OP muss nicht immer sein

Was mit einem Knirschen beginnt, weitet sich meist aus. Schmerzen kommen hinzu, der Knorpel wird angegriffen und mündet im schlimmsten Fall in einer Arthrose der Kniescheibe. Eine Operation muss aber nicht immer sein. Gerade zu Beginn kann mit gezieltem Muskelaufbau, Schuheinlagen, Orthesen und Krankengymnastik der Bewegungsablauf deutlich verbessert werden.

Wer allerdings schon mit 30 Jahren schwere Knieprobleme hat, kommt im Alter wohl nur schwer um einen operativen Eingriff herum. Es gilt: je jünger der Patient, desto höher das Risiko, dass in späteren Jahren operiert werden muss.

Auch die Stärke der Schmerzen kann darüber entscheiden, ob Sie sich einer Meniskusoperation unterziehen sollten. Der Eingriff kann das Zusammennähen des gerissenen Meniskus oder das Abtrennen von Knorpelstücken, die zwischen den Knochen stecken bleiben, umfassen.

In den meisten Fällen ist ein konservatives Vorgehen bei Meniskusrissen am besten geeignet. Dazu können Ruhe, physikalische Therapie und entzündungshemmende Medikamente gehören.


Warum knacken meine Knochen


Kein Vorbeugen bei Knirschen

Vorbeugen ist kaum möglich. Zwar kann man mit einem knieschonenden Muskelaufbautraining das Risiko für Schäden minimieren. Da das Knirschen aber so viele verschiedene und individuelle Ursachen haben kann, gibt es keine gezielten Maßnahmen.


Machen Sie den Knirschtest

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und legen Sie Ihre Hand auf das Knie. Dann strecken und beugen Sie das Gelenk aktiv. Wenn dann die Knirschgeräusche deutlich zu hören sind und Sie zusätzlich das Reiben der Kniescheibe spüren, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen, sonst riskieren Sie einen Knorpelschaden mit anschließender Kniearthrose.


Einige Tipps, um die Gesundheit und Stabilität Ihres Knies zu maximieren

  • Machen Sie Kräftigungsübungen zur Kräftigung der Knie ohne Belastung, beispielsweise Radfahren, Wassergymnastik oder Schwimmen. 
  • Wenn Sie nach dem Training Schmerzen haben, kühlen Sie Ihr Knie 15 bis 20 Minuten lang. Versuchen Sie es mit einem in ein feuchtes Handtuch gewickelten Eisbeutel (oder Tiefkühlgemüse).
  • Gehen Sie nicht lange in die Hocke oder sitzen Sie nicht in unbequemen Positionen; stehen Sie auf und bewegen Sie sich häufig, zum Beispiel bei langen Flugreisen.
  • Achten Sie auf gut sitzendes Schuhwerk; vermeiden Sie, barfuß oder auf unebenem Untergrund zu gehen.
  • Sprechen Sie mit einem Physiotherapeuten über Übungen zur Kräftigung der Knie, die Sie zu Hause durchführen können.
  • Halten Sie Ihr Gewicht unter Kontrolle, um Ihre Knie weniger zu belasten.
  • Vermeiden Sie es, schwere Lasten zu tragen, vor allem Treppen hinauf und hinunter
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