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Verzögert Kaffee das Heilen von Verletzungen? 

 Oktober 2, 2020

Kaffee hat einige gesundheitliche Vorteile. Wenn es jedoch darum geht, sich von bestimmten Verletzungen wie Verstauchungen, Zerrungen, Sehnenentzündungen, Schleimbeutelentzündungen, Tennisellenbogen und anderen zu erholen, ist es vielleicht besser, ihn aus Ihrer Ernährung herauszunehmen. Wenigstens zeitweilig.

Kaffee hat viele Vorteile für die Gesundheit

Sie haben wahrscheinlich schon davon gehört, wie Kaffee Ihrer Gesundheit zugute kommen kann. Hier sind mal einige Fakten vom Deutschen Kaffeeverband:

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen
Wir sind eine Nation von Kaffeetrinkern. Im Jahr 2019 lag der Pro-Kopf-Konsum bei 166 Litern Kaffee pro Bundesbürger und damit deutlich über dem von Mineral- und Heilwasser.

Der deutsche Kaffeemarkt gehört zu den größten der Welt
Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Käufer von Rohkaffees aus aller Welt und im Bereich des Kaffee-Exports sogar „Weltmeister“: Kein anderes Land führt mehr Röstkaffee, löslichen und entkoffeinierten Kaffee in andere Staaten aus.

Kaffee schmeckt zu Hause am besten
In Deutschland wird Kaffee am liebsten zu Hause getrunken und dort schmeckt er auch am besten. Dürften Konsumenten Noten vergeben, so wird der Kaffee zu Hause im Durchschnitt mit der Schulnote 1,6 bewertet. Zum Vergleich: Kaffee in der Gastronomie erhält eine 1,8 und die am Arbeitsplatz getrunkene Tasse Kaffee rangiert mit der Note 2,1 auf Platz drei.

Kaffee verfügt über mehr Aromen als Wein
Von fruchtig über karamellartig bis hin zu pfeffrig – in Kaffee stecken 850 bis 1.000 unterschiedliche Aromen und damit rund doppelt so viele wie in Wein, der etwa 400 verschiedene Aromastoffe enthält.

Kaffee ist kalorienarm
Eine Tasse schwarzer Kaffee besitzt gerade einmal drei Kalorien – solange man auf die Zugabe von Milch oder Zucker verzichtet.

Kaffee ist reich an Antioxidantien
Antioxidantien können jung halten, sie können vor Alterungserscheinungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs schützen. Kaffee ist aufgrund seines hohen Gehaltes an Chlorogensäuren und Melanoidinen ein wichtiger Lieferant von Antioxidantien für den Menschen. Zu diesem Ergebnis kam eine US-amerikanische Studie, die unter Berücksichtigung von Portionsgrößen und durchschnittlichen Verzehrgewohnheiten mehr als 100 verschiedene Lebensmittel auf ihren Antioxidantien-Gehalt analysierte.

Dank Kaffee wurde die Webcam erfunden
Bequemlichkeit macht erfinderisch: Studenten der Cambridge Universität war es zu aufwendig, zur weiter entfernten Filterkaffeemaschine zu laufen, ohne überhaupt zu wissen, ob es dort noch frischen Kaffee gibt. Daher brachten sie eine Kamera in der Nähe der Kaffeemaschine an, mit der sie vom Arbeitsplatz aus jederzeit den Füllstand der Kaffeekanne prüfen konnten. Damit war die Idee der Webcam geboren.

„Kaffeeschnüffler“ war früher ein Beruf
Friedrich der Große führte 1781 ein staatliches Kaffeemonopol ein und verhängte auch gleich einen „Brennzwang“. Damit war das Rösten von Kaffee nur noch in staatlichen Röstereien erlaubt. Privatleute durften weder Kaffeebohnen besitzen, noch selbst welche rösten. Um zu überprüfen, ob sich die Bürger auch an das Gesetz hielten, setzte Friedrich der Große „Kaffeeschnüffler“ ein. Sie sollten am Röstgeruch unfolgsame Bürger entlarven.

Bereits der Duft von Kaffee wirkt
Wissenschaftler aus Thailand fanden heraus, dass bereits das Einatmen von Kaffeeduft die belebende Wirkung von Kaffee erzeugen kann: Der Geruch von Kaffee kann das Gehirn stimulieren und kognitive Prozesse verbessern.

Kaffee macht Süßes noch süßer
Eine Studie der Universität Aarhus in Dänemark zeigt, dass Kaffee die Empfindlichkeit für Süße erhöht. Dabei wurde der Geruchs- und Geschmackssinn von 156 Testpersonen vor und nach dem Kaffeetrinken geprüft. Die Forscher stellten keine Veränderungen des Geruchssinns fest, aber sie konnten zeigen, dass der Geschmackssinn beeinträchtigt war: Menschen, die nach dem Kaffeetrinken getestet wurden, reagierten empfindlicher auf Süße und weniger empfindlich auf Bitterkeit.

Wie viel ist zu viel?

Um in etwa eine tödliche Dosis Koffein zu sich zu nehmen, müssten Sie 100 Tassen Kaffee in vier Stunden trinken. So die Theorie.

Untersuchungen zeigen, dass etwa 4 Tassen pro Tag für die meisten gesunden Erwachsenen sicher zu sein scheinen.

Es gibt einige potenzielle Nachteile, darunter die säurehaltige Natur des Kaffees. Für empfindliche Mägen kann es dann hart werden, beispielsweise durch Sodbrennen.

Doch es kann noch weiter gehen. Wegen seines Koffeingehalts kann Kaffee bei Menschen, die zu viel davon trinken, auch bestimmte Nebenwirkungen wie Angstzustände, Schlaflosigkeit, Nervosität, häufiges Wasserlassen, schneller Herzschlag hervorrufen.

Eine Kaffeesucht führt zu Entzugserscheinungen und Müdigkeit, wenn nicht genug Nachschub angeboten wird.

Allerdings ist Empfindlichkeit nicht das Einzige, was beim Kaffeekonsum zu beachten ist. Wenn Sie kürzlich eine größere Verletzung, und nicht nur einen Schnitt im Daumen, erlitten haben und versuchen, diese zu heilen, sollten Sie vielleicht einige Tage auf koffeinfreien Tee oder Kräutertee umsteigen.

Es macht auch Sinn, vor Operationen und einige Tage danach mal "koffeinfrei" auszuprobieren. Es gibt sicher von Ihrer bevorzugten Kaffeesorte auch eine koffeinfreie oder wenigstens -reduzierte Variante.

Übrigens: Ein guter Tee macht es auch.

Sind Sie allerdings wie ich kein ausgeprägter Kaffeetrinker – mir genügen zwei, manchmal drei Tassen pro Woche (die dritte auch nur, wenn ich mich mit jemandem zum Plausch treffe) – dann ist es sicher nicht nötig, etwas am Kaffeekonsum zu ändern.

Koffein beeinflusst den Blutfluss

Untersuchungen haben gezeigt, dass Koffein die Wundheilung verzögern kann. Es gibt viele Mechanismen, dies so etwas bewirken, also schauen wir uns einige an.

Wenn Sie sich verletzen, benötigt dieser Bereich eine gute Blutversorgung, damit die Wunde heilen kann. Das Blut bringt Sauerstoff und Nährstoffe ein, die beide für die Wundheilung unerlässlich sind. Wenn Ihre Durchblutung aus irgendeinem Grund eingeschränkt ist, dauert es länger, bis Sie sich von Ihrer Verletzung erholt haben.

Koffein hat einen direkten Einfluss auf die Durchblutung. Es verengt die Blutgefäße, wodurch der Blutdruck vorübergehend ansteigt, während das für Ihre Wunde verfügbare Blut reduziert wird. 

Noch aufschlussreicher ist die Frage, wie sich Koffein auf die Durchblutung während des Trainings auswirkt. In einer Studie aus dem Jahr 2013 bestätigten die Forscher, dass die regelmäßige Einnahme von Koffein dazu führte, dass das Herz härter arbeitete, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Dennoch beeinträchtigte Koffein trotz der zusätzlichen Anstrengungen des Herzens den Blutfluss, vor allem bei körperlicher Anstrengung.

Sie tun also alles in Ihrer Macht Stehende, um diese Wunde zu heilen, aber dann gehen Sie zum Sport, und die verletzte Stelle erhält möglicherweise noch viel weniger Blut als im "normalen Betrieb".

Das heißt: Die Annahme, das sportliche Betätigung zu einer schnelleren Heilung beiträgt, ist ein Trugschluss. Stattdessen kann die Übung Sie zurückwerfen.

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Koffein kann die Wundheilung hemmen

Wenn es sich bei Ihrer Verletzung um einen Schnitt oder Riss handelt, ist auch hier Koffein möglicherweise keine gute Idee. In einer Studie aus dem Jahr 2014 testeten Forscher an einem Modell der menschlichen Haut und kamen zu dem Schluss, dass Koffein die Wundheilung und Hautreparatur hemmen kann.

Außerdem stellten sie fest, dass die Wundheilung umso langsamer voranschreitet, je mehr Koffein konsumiert wird.

Zahnärzte weisen direkt darauf hin, dass nach dem Einsatz von Implantaten beispielsweise mindestens eine Woche auf aufputschende Getränke mit Koffein (Kaffee, Schwarztee, Energydrinks) verzichtet werden sollte.

Dagegen scheinen neuere Erkenntnisse darauf hinzuweisen, dass Kaffeegenuss nach Darmoperationen zu schnellerem Stuhlgang und früheren Entlassungen der Patienten führen.

Jedoch: Wenn Sie eine stressige Phase in Ihrem Leben durchmachen und Koffein zur Einhaltung eines schwierigen Zeitplans verwenden, kann dies zu Angstzuständen, Schlaflosigkeit und Magenverstimmung beitragen, was den Stress verschlimmern und zu zusätzlichen Muskelverspannungen führen kann.

Ein über lange Zeit angespannter Körper führt dann wieder zu ganz anderen Problemen.

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Muskel- und andere Weichteilverletzungen schneller heilen helfen

Wenn Sie versuchen, sich von einer Verletzung zu erholen, und es läuft nicht gut , sollten Sie vielleicht für eine Weile weniger Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke wie Energydrinks trinken, nur um zu sehen, ob es hilft.

In der Zwischenzeit finden Sie hier ein paar Tipps, um die Heilung zu fördern, die Sie brauchen.

Kehren Sie nicht zu bald zu einem anstrengenden Training zurück

Denn dies ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass eine Verletzung nicht gut heilt. Wir geben ihr einfach nicht genug Zeit.

Weichteilverletzungen können trügerisch sein, da sie oft recht schnell weniger schmerzhaft werden, bevor das Gewebe vollständig verheilt ist. Wir fühlen uns besser, also machen wir uns wieder auf den Weg, und schon bald haben wir es wieder mit derselben Verletzung zu tun, oder vielleicht sogar mit einem schlimmeren Riss.

Fangen Sie immer sanft und vorsichtig mit dem Training an und bauen Sie allmählich wieder auf, wo Sie waren.

Nicht zu aggressiv dehnen

Insbesondere wenn Sie einen Muskel- oder Bänderriss haben, kann ein zu frühes aggressives Dehnen mehr schaden als nützen. Die geschädigten Fasern beginnen langsam zu heilen und sich wieder aneinander zu befestigen – ein zerbrechlicher Prozess im Anfangsstadium.

Aggressives Dehnen während dieser Zeit kann zu weiteren Rissen führen. Fangen Sie sanft an, und erkundigen Sie sich bei Ihrem Physiotherapeuten, wann Sie alles ein weiter ausdehnen können.

Schwache Muskeln stärken

Häufig treten Weichteilverletzungen nicht nur durch Muskelverspannungen, sondern auch durch Muskelschwäche auf. Es ist leicht, Wadenhebungen oder Pilates-Routinen zu vermeiden, wenn wir unsere täglichen Läufe genießen.

Stellen Sie sicher, dass Sie wissen, welche Muskeln stark sein müssen, um die von Ihnen gewählte Aktivität zu unterstützen, und stärken Sie diese Muskeln wieder, während Sie sich von einer Verletzung erholen.

Auf anderen Wegen aktiv bleiben

Wenn Sie wegen einer Verletzung von Ihrer Lieblingssportart ausgeschlossen wurden, ist das keine Entschuldigung dafür, zum Stubenhocker zu werden. Wenn Sie aktiv bleiben, können Sie Ihre anderen unterstützenden Muskeln in Bewegung halten und gleichzeitig Ihren gesamten Körper in guter Form halten.

Sprechen Sie mit Ihrem Physiotherapeuten und finden Sie heraus, was Sie in der Zwischenzeit noch tun könnten. Gute Möglichkeiten sind oft Schwimmen, Gehen, Yoga, Krafttraining (unter Berücksichtigung Ihrer Verletzung), Pilates, Tai Chi, Chi Gong und andere.

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Gesund ernähren

Bei der Genesung von einer Verletzung geht es nicht nur darum, Kaffee oder Koffein zu vermeiden. Sie sollten Ihrem Körper und Ihrem Gewebe die Nährstoffe zuführen, die sie zur Heilung benötigen. Konzentrieren Sie sich auf entzündungshemmende Nahrungsmittel - die meisten Obst- und Gemüsesorten -, auf die Aufnahme von Proteinen und gesunden Fetten, und begrenzen Sie zuckerreiche Leckereien und verarbeitetes Fleisch oder verzichten Sie ganz darauf.

Koffein und Wundheilung – Fazit

Die eigentlichen Feinde verstecken sich offensichtlich nicht in der Kaffeetasse (es sei denn, Sie "verstärken" ihn mit Alkohol). Es wäre gut, auf Getränke wie Cola, Energydrinks oder Preworkouts wegen der relativ hohen Koffeinmengen pro Portion zu verzichten, wenigstens in der ersten Phase der Heilung.

Natürlich hängt es immer davon ab, wie groß oder umfangreich Ihre Verletzung ist.

In den hoch koffeinhaltigen Getränken, die außerdem noch einen hohen Zuckergehalt aufweisen, sehe ich eher ein "Problem" als in einer moderaten Menge Kaffee und Koffein.