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Lachen ist die beste Medizin. Tatsächlich? 

 April 4, 2020

Therapeutischer Humor, Anti-Aging und was Lachen sonst noch bewirken kann

Lachen ist die beste Medizin, weiß der Volksmund, und meint damit, dass Lachen — natürlich — außerordentlich gesund ist. Zahlreiche Studien bestätigen das geflügelte Wort. Lachen baut Stress ab und stärkt sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit. Doch weshalb ist das so? Hier gibt es die Gründe.

INHALT

Das sagt die Wissenschaft

Atemlos

Wie wirkt sich das Lachen auf den Körper aus?

Lachen für die psychische Gesundheit

Lachen ist die beste Medizin — Wie lässt sich das einsetzen?

Gehirn-Cross-Training

Sich wohlfühlen durch Lachen

Lachen ist die beste Medizin, weil es zum Mitlachen einlädt

Lachyoga

Zurück in die Freude


Das sagt die Wissenschaft

Bereits im antiken Griechenland erkannte der Gelehrte Demokrit die heilende Wirkung des Lachens und wurde als „der lachende Philosoph“ bekannt. Im Mittelalter wurde als Narr oder als Tor derjenige bezeichnet, der als Spaßmacher für Unterhaltung und Belustigung sorgen sollte und dabei meist auffällig gekleidet war.

Heute beschäftigen sich Lachforscher, sogenannte Gelotologen, in aller Welt mit der gesundheitsfördernden Wirkung des Lachens. Zahlreiche Studien zeigen, dass ausgiebiges Lachen biochemische Prozesse im Organismus aktiviert, die sich positiv auf Körper und Seele auswirken.

In vielen europäischen Ländern ist die Humortherapie mittlerweile eine anerkannte Behandlungsmethode, die sogar von den Krankenkassen übernommen wird. In Deutschland ist es leider noch nicht soweit. Vereine wie „Humor hilft heilen“, gegründet vom Arzt und Komiker Eckhart von Hirschhausen, wollen jedoch für mehr Humor in den Krankenhäusern sorgen. „Clowns ohne Grenzen e.V.“ schickt seine humorvollen Helfer unter anderem in Krisengebiete, um dort ein Lächeln auf die Gesichter kranker und verletzter Kinder zu zaubern.


Atemlos

Haben Sie schon einmal so gelacht, dass Sie kaum noch Luft bekommen haben? Nun, wenn Sie lange und heftig lachen, dann werden Ihre Lungen belüftet und sogar die Restluft aus Ihren Lungen entfernt und sauerstoffreiche Luft hereingelassen.

Durch die schnellere Atmung erhöht sich der Gasaustausch um ein Dreifaches. Das Zwerchfell spannt sich, dadurch dehnen sich die Lungenflügel. Wenn wir dann lauthals loslachen, pressen wir den Atem stoßartig mit bis zu 100 km/h aus der Lunge heraus.


Wie wirkt sich das Lachen auf den Körper aus?

Nach der "Aufregung" durch den Lachanfall entspannt sich der Körper wieder. Die Arterien weiten sich, der Blutdruck sinkt wieder, es folgt ein Entspannungszustand.

Lachen wird auch medizinisch eingesetzt: Herzinfarktpatienten lachen unter ärztlicher Aufsicht, verringern dadurch ihren Blutdruck und damit die Gefahr eines erneuten Infarktes. Lachen versetzt den Körper in einen positiven Stresszustand.

Ein ausgiebiges Lachen bewegt allein im Gesicht 17 verschiedene Muskeln. Im gesamten Körper werden sogar bis zu 300 Muskeln in Bewegung versetzt. Während Sie lachen, hüpft das Zwerchfell auf und ab, die Atmung vertieft sich, der Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt.

Die Muskelbewegungen während des Lachens helfen, Verspannungen zu lösen und regen die Verdauung an. Regelmäßiges Lachen weitet zudem die Adern und senkt dadurch den Blutdruck. Das Schmerzempfinden sinkt, darüber hinaus soll häufiges Lachen sogar die Abwehrkräfte stärken.

Richtiges Lachen stellt ähnlich hohe Anforderungen wie Leistungssport, das merken Sie spätestens am Morgen nach einem lustigen Abend am Muskelkater in der Bauchregion.


Lachen für die psychische Gesundheit

Eine ebenso positive Auswirkung wie auf den Körper hat das Lachen auf die Psyche. Ziehen Sie die Mundwinkel nach oben, werden vermehrt Endorphine, also Glückshormone, ausgeschüttet, die die Stimmung verbessern. Gleichzeitig werden die Stresshormone Cortisol und Adrenalin abgebaut. Wer häufig lacht, fühlt sich glücklicher und ausgeglichener.

Lachen ist die beste medizin


Lachen ist die beste Medizin — Wie lässt sich das einsetzen?

Obwohl Lachen als die beste Medizin gilt lachen Erwachsene in Deutschland relativ selten. Während Kinder 200 bis 400 Mal pro Tag laut loslachen, bringen es Erwachsene gerade einmal auf durchschnittlich 15 bis 20 Lacher am Tag. Der spontane Heiterkeitsausbruch dauert oft nur wenige Sekunden. Je älter ein Mensch wird, desto weniger lacht er in der Regel.

Die Lachtherapie wird bisher vor allem bei der Schmerzbekämpfung angewandt. So fanden Forscher heraus, dass Menschen Schmerz weniger intensiv wahrnehmen, wenn sie durch lustige Dinge abgelenkt werden. In Kinderkrankenhäusern wird dieses Prinzip aktiv genutzt, indem zum Beispiel regelmäßig Clowns zu Besuch kommen.

Nach dem Vorbild von Patch Adams haben sich in Deutschland viele Vereine etabliert. 2008 gründete beispielsweise Eckart von Hirschhausen die Stiftung „Humor hilft heilen“ und bricht damit eine Lanze für mehr Forschung und Anwendung von therapeutischem Humor im Krankenhaus. Und nicht nur für die Kinder, die werden ja irgendwann entlassen. Wer verbringt am meisten Zeit in diesen Institutionen? Die Ärzte und Pflegekräfte. Die sollen nämlich ihre gute Laune auch nicht verlieren.

Aber wie viel soll man lachen, mit wem, vor oder nach den Mahlzeiten? Gibt es Überdosierungen? Kann man sich öfter als zwei Mal halbtot lachen?

Versuchen wir es wenigstens!


Gehirn-Cross-Training

In einer in Japan durchgeführten Studie wurde untersucht, wie sich das Lachen auf ältere Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen auswirkt. Es gab 27 Teilnehmer, die 10 Wochen lang einmal pro Woche eine Comedy-Show sahen. Der Einsatz von Humor führte zu signifikant höheren kognitiven Werten bei der Bewegung, dem Wortgedächtnis und der Erinnerung an Tiernamen.

Für diejenigen ohne Beeinträchtigung besteht eine gute Chance, dass Lachen dazu beiträgt, die Denkfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern. Es kann sogar bei der Prävention der Alzheimer-Krankheit nützlich sein.

Neben dem körperlichen Aspekt des Lachens ist Humor auch eine gute Übung für das Gehirn. Wenn Sie einen Witz hören, denken Sie auf einer abstrakten Ebene. Ein Witz ist nicht so etwas wie eine Nachrichtensendung. Stattdessen stützt sich der Humor auf gemeinsame menschliche Erfahrungen, um eine Schlussfolgerung zu ziehen, mit der sich der eine oder andere identifiziert. Einen Witz zu "verstehen" erfordert eine andere Art von Denkarbeit. Es ist wie eine Art Cross-Training für Ihre Neuronen.

Lachen ist die beste Medizin


Sich wohlfühlen durch Lachen

Langes Leben durch viel lachen?

Mit dem Lachen kommt das Wohlbefinden. Das kann nicht nur subjektiv empfunden, sondern auch biologisch belegt werden.

Im limbischen System, einer evolutionsgeschichtlich alten Region im Gehirn, liegt das Zentrum für Gefühle. Hier werden während des Lachens Glückshormone (Endorphine) produziert, die in die Blutbahn gelangen. Das merken wir daran, dass unsere Stimmung steigt. Und lachen bewirkt noch etwas anderes im Körper: Während Endorphine freigesetzt werden, wird die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin unterdrückt. Die kurzzeitigen Veränderungen im Hormonhaushalt können so stark sein, dass sie helfen, Schmerzen zu lindern. Sogar das Immunsystem wird durch das Lachen angeregt. Sogenannte Antikörper, die der Körper zum Schutz vor Bakterien und Viren braucht, werden neu gebildet.

Lachen hat also mindestens drei positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper: Die Abwehrkräfte werden gestärkt, der Stresspegel sinkt und zudem bringt der Hormonschub Glücksgefühle.


Lachen ist die beste Medizin, weil es zum Mitlachen einlädt

Wenn eine Person lacht, neigen andere dazu, mitzumachen. Manche Menschen haben sogar ein besonderes Lachen, das höchst ansteckend ist. Dieser soziale Aspekt des Lachens offenbart seinen tieferen Wert für die psychische Gesundheit. Wir wissen, dass soziale Verbindungen gut für die Gehirnfunktion sind. Bei sehr sozialen Menschen ist die Wahrscheinlichkeit, eine Demenz zu entwickeln, geringer. Wenn Sie also ein gutes Lachen teilen, sind die neurologischen Schutzmechanismen damit beschäftigt, den Witz am Laufen zu halten.


Lachyoga

Menschen häufiger zum Lachen bringen, darauf zielen zum Beispiel Lachyoga-Kurse ab, bei denen die Teilnehmer gemeinsam lächeln und lachen. Dass die Lacher am Anfang nur simuliert sind, ändert nichts an der positiven Wirkung. Das Gehirn kann nämlich nicht unterscheiden, ob es sich um ein echtes Lachen handelt oder nicht. Ein gespieltes Lächeln löst dieselben Vorgänge im Körper aus wie ein echtes und setzt ebenfalls Glückshormone frei. Lachen wirkt darüber hinaus ansteckend, in der Gruppe lacht es sich daher oft leichter.

Wer sich bei Lachübungen in der Gruppe dennoch unwohl fühlt, kann das Lachen auch zu Hause trainieren. Einfach die Mundwinkel zu einem breiten Grinsen auseinander ziehen und die Grimasse 60 Sekunden lang halten, das steigert bereits die Stimmung. Lustige Videos aus dem Internet können die Übung unterstützen.

Unvergessen sind in diesem Zusammenhang die Ausführungen der Managementtrainerin und Sachbuchautorin Vera Birkenbihl über das Lachen.


Zurück in die Freude

Niemand muss Ihnen sagen, dass es gesund ist, glücklich zu sein. Jenseits aller wissenschaftlichen Informationen hat jeder den tiefen Wunsch, Freude in seinem Leben zu haben, zu bekommen oder zu behalten. Auch wenn Sie sich im Moment nicht besonders freudig fühlen, können Sie dies ändern.

Lachen ist die beste Medizin

Warum versuchen Sie es nicht jetzt? Wenn Sie diesen Artikel zu Ende gelesen haben, schließen Sie Ihre Augen. Erinnern Sie sich an einen lustigen Moment in Ihrem Leben. Lächeln Sie darüber. Dann lassen Sie ein großes Ho-Ho-Ho oder ein kleines He-He-He heraus. Lassen Sie das Kichern zu einem Lachen ausrollen. Machen Sie mit. Lassen Sie es raus. Fühlen Sie, wie sich Ihr Körper verändert. Machen Sie weiter — lachen Sie sich gesund!