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Iliotibialband-Syndrom oder „Läuferknie“ 

 Juni 12, 2020

Iliotibialband-Syndrom? Noch nie gehört! Jetzt freuen Sie sich erstmal auf Ihren Morgenlauf. Es ist ein kühler, ruhiger Morgen, perfekt für einen Lauf durch den Park. Sie machen sich auf den Weg und kommen gut voran. Aber dann ändert sich etwas.

Zuerst ist es nur ein Stechen, also versuchen Sie, es zu ignorieren. Doch jedes Mal, wenn Sie mit der Ferse aufkommen, wird er schlimmer – der Schmerz an der Außenseite seines Knies. Sie versuchen, Ihren Schritt ein wenig zu korrigieren und das Knie auszuschütteln, aber wenn Sie zum normalen Laufen zurückkehren, kehrt auch der Schmerz zurück.


Wie entsteht das IT-Band-Syndrom?

Iliotibialband-Syndrom, IT-Band-Syndrom, ITBS oder "Läuferknie" ist eine Überlastungsverletzung, die häufig bei Läufern, Radfahrern und anderen Sportlern auftritt. Es ist eine der häufigeren Sportverletzungen.

Es betrifft das iliotibiale Band, ein langes Gewebeband (manchmal auch Sehne oder Band genannt), das an der Außenseite des Oberschenkels vom Becken bis zum Schienbein (Tibia) verläuft und Hüft- und Kniegelenke überquert. Dieses Band gilt als einer der Hüftabduktionsmuskeln und hilft auch bei der Beugung und Streckung des Knies.

Dieses Läuferproblem tritt auf, wenn das ilio-tibiale Band (IT-Band), welches an der Außenseite des Oberschenkels verläuft, über dem Kniegelenk reibt. Beim Laufen beugen und strecken Sie Ihr Kniegelenk ständig. Durch eine Fehlbelastung bei einem leicht nach innen verdrehten Fuß entsteht eine Reibung. Diese kann zu Verhärtungen und Reizungen am Faserzug des IT-Bandes führen.

In der Folge entsteht eine lokale Entzündung mit Ausbildung eines Schleimbeutels zwischen Faszie und Oberschenkelknochen. Andere Vorstellungen gehen eher von einem lokalen Druck als einem Reiben aus.

Iliotibialband-syndrom

Medizinisch genaue Darstellung des Schleimbeutels des Iliotibialtrakts

So spüren Sie zuerst einen dumpfen Schmerz, der während des gesamten Laufs anhält. Mit der Zeit verwandelt sich dieser in ein Stechen, das vom Knie nach außen strahlt. So können schon einfache Dinge wie Treppensteigen oder sogar normales Gehen sehr schmerzhaft sein. Ein weiteres Lauftraining kann schnell unmöglich werden.

Ursachen für das IT-Band-Syndrom

Insgesamt wurde festgestellt, dass die betroffenen Personen die genannten Risikofaktoren bereits vor dem Auftreten der Symptome aufweisen und oft jahrelang ohne Probleme Sport treiben. Was dann die Beschwerden auslöst, ist oft unklar.

Vorschub leisten hier folgende Punkte:

Iliotibialband-syndrom


Läufer können auch anfälliger für dieses Problem sein, wenn sie regelmäßig nur auf einer Straßenseite laufen. Die meisten Straßen sind so konzipiert, dass sie in der Mitte höher sind als an den Rändern, um den Wasserabfluss zu fördern.

Ständig auf einer Seite zu laufen bedeutet, dass ein Bein immer von der anderen Seite bergab verläuft, was eine leichte Neigung des Beckens erfordert und das Risiko der Reibung zwischen dem IT-Band und dem Knie erhöhen kann.

Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass Frauen mit einer ausgeprägteren Rotation der Hüfte beim Laufen ein erhöhtes Risiko für das IT-Band-Syndrom zu haben scheinen, während Männer mit einer Innenrotation des Knöchels ebenfalls ein höheres Risiko hatten.

Symptome

  • Schmerzen beim Laufen an der Außenseite des Knies
  • Schmerzen, die sich beim Laufen verschlimmern, besonders beim Bergablaufen
  • Schmerzen, die sich schlimmer anfühlen, wenn die Ferse auf dem Boden aufschlägt
  • Schmerzen beim Beugen und Aufrichten des Knies
  • Schmerzen beim Druck auf die Seite des Knies
  • Ein straffes Gefühl im Band, das an der Außenseite des Oberschenkels herunterläuft
  • Schwierigkeit, das Bein seitlich herauszuziehen — ein Gefühl der Schwäche
  • Schwellung über dem schmerzhaften Bereich
Iliotibialband-syndrom

Irreführend und frustrierend

Die Verletzung kann irreführend sein, denn normalerweise verschwinden die Schmerzen nach dem Anhalten. Es kann sein, dass der Läufer denkt, alles sei in Ordnung, und wieder anfängt, nur um nach einigen Minuten festzustellen, dass der Schmerz wiederkehrt.

Das IT-Band-Syndrom im Allgemeinen ist auch frustrierend, da sich selbst nach ein paar Tagen Ruhe und möglicherweise einer Eisbehandlung alles gut anfühlen kann, die Verletzung dann aber zurückkehrt, sobald der Läufer wieder anfängt, zu trainieren.

Ein regelmäßiges, begleitendes Ausgleichstraining hilft Ihnen dabei, die Fehlbelastungen zu vermeiden und dem klassischen Überlastungssyndrom entgegenzuwirken.

Was sollten Sie tun?

Sollten bei Ihnen die oben beschriebenen Schmerzen auftreten, unterbrechen Sie sofort Ihr Lauftraining für die nächsten zehn bis vierzehn Tage. So gönnen Sie Ihrem Körper und dem Knie eine Pause. Sie können sich auf die Regeneration konzentrieren und mit einem speziellen Workout gezielt Ihre stützende Muskulatur aufbauen: Am Wichtigsten sind dabei die Rumpf-, Hüft- und Gesäßmuskulatur. Die richtige Balance zwischen Mobilität und Stabilität ist der Schlüssel zur nötigen Entlastung deines IT-Bandes.


Vorsorge

Um zu verhindern, dass das IT-Band-Syndrom Sie von vornherein stört, nutzen Sie diese Tipps:

  • Wärmen Sie sich um Ihr Training herum immer auf und kühlen Sie sich ab
  • Wechseln Sie die Straßenseiten ab oder in welche Richtung Sie auf der Strecke laufen
  • Stellen Sie sicher, dass Sie unterstützende Schuhe tragen
  • Laufen Sie mit einem kürzeren Schritt
  • Führen Sie regelmäßig Übungen und Dehnungen durch, die Ihr IT-Band, Ihre Hüft- und Oberschenkelmuskeln, Ihr Gesäß und Ihre Kniesehnen beanspruchen
  • Cross-Training: Machen Sie zusätzlich zu Ihrem Lieblingssport noch andere Aktivitäten
  • Wenn Sie Schmerzen haben, halten Sie sofort an und ruhen Sie sich aus.
Iliotibialband-syndrom

Therapie

Die Therapie des Läuferknies umfasst in erster Linie konservative Behandlungsmaßnahmen. Im Einzelnen muss in der Akutphase die sportliche Aktivität eingeschränkt oder verändert werden. Dabei ist aber eine absolute Sportpause häufig nicht hilfreich. Das Lauftraining sollte bald wiederaufgenommen werden, allerdings muss die Trainingseinheit vor dem erneuten Auftreten der Beschwerden beendet werden.

Anschließend erfolgt eine lokale Kühlung im Problembereich. Nach zwei Tagen Pause sollte der nächste Versuch gestartet werden, um somit das Problem „wegzulaufen“. In der Zwischenzeit können andere Sportarten ohne Beschwerden durchgeführt werden.

Gegen Schmerzen kann mit lokaler Kühlung, entzündungshemmenden Salben und Tabletten vorgegangen werden. Physikalische Anwendungen und Krankengymnastik mit Dehnungen verkürzter Muskeln oder Quermassage sind hilfreich. Im Einzelfall kann eine lokale Injektion mit einem Kortisonpräparat erfolgen.

Bei Fußfehlformen oder -fehlstellungen kann eine Einlagenversorgung erfolgen.

Bei Läuferinnen und Läufern muss eventuell ein anderes Schuhmodell gewählt werden, darüber hinaus ist es dienlich, ineffektive Bewegungsmuster zu erkennen und zu beseitigen. 

Bei Radfahrerinnen und Radfahrern kann die Änderung der Sitzposition und der Fußstellung in den Klick-Pedalen Abhilfe schaffen.

Wenn diese Methoden nicht funktionieren und die Schmerzen wiederkehren, verschreiben Ärzte in der Regel eine physikalische Therapie, die sich auf Flexibilität und Dehnung konzentriert, um die Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu verringern und die verschiedenen Muskeln um das IT-Band herum neu zu trainieren. Andere Techniken, die helfen können, sind Ultraschall und "Iontophorese", bei denen Elektrizität eingesetzt wird, um Reizungen um das Knie herum zu verringern.